Februar – Zwischenraum | Achtsamkeit im Übergang

Der Februar steht zwischen den Zeiten. Die Zweige sind kahl, und doch tragen sie bereits Knospen. Der leise Übergang beginnt – kaum sichtbar, eher spürbar. In diesem Text geht es um den Zwischenraum: um das, was sich noch nicht zeigt und dennoch längst in Bewegung ist. Ein Innehalten ohne Drängen. Ein inneres Sammeln, das keiner Erklärung folgt. Der Februar erinnert daran, dass Entwicklung nicht laut beginnt – sondern in Momenten, die offen bleiben.

Im zögernden Licht

Der Februar
steht zwischen den Zeiten.

Kahle Zweige.
Knospen sitzen dicht darunter.

Das Licht
haftet an den Rändern des Tages.
Kühl.
Klar.

Auf den Ästen
schwere Tropfen.
Sie halten.

Der Boden
trägt noch Frost.
An manchen Stellen
gibt er nach.

Haselstaub
liegt in der Luft.
Fein.
Beinahe unsichtbar.

Unter der Ruhe
arbeitet der Boden.

Was noch meinen Namen trägt

Im Februar
liegt etwas in mir
am Rand.

Ich halte inne,
ohne nach einem Grund zu greifen.

Es ist da.

Ungeformt.

Wie ein Atemzug,
der länger bleibt.

Momente öffnen sich.
Kurz.
Hell.

Ich bleibe darin.

Ein Gedanke
setzt an
und löst sich wieder.

Ein Gefühl
zieht durch
wie ein leiser Strom.

Etwas sammelt sich.

Ohne Ziel.

Ich gehe langsamer.


Der Februar als Zwischenraum

Der Februar steht zwischen dem Rückzug des Winters und dem ersten Aufbruch des Frühlings. Diese Zeit lädt dazu ein, langsamer zu werden und das Ungeformte wahrzunehmen. Was im Aussen kaum sichtbar ist, zeigt sich oft im Inneren deutlicher. Der Zwischenraum wird so zu einem Ort der Sammlung und leisen Vorbereitung.

© Claudia von Arx. Alle Rechte vorbehalten.