Wo es still wurde in mir

Oft kleine Verschiebungen, kaum sichtbar. Etwas zieht sich zurück – und bleibt genau dort spürbar, wo es einmal weit war.

I

du bist laut

nicht gegen etwas
einfach da

dein Lachen
kennt keine Grenze

es breitet sich aus
im ganzen Raum

bis eine Stimme fällt

zu viel
jetzt reicht’s

ich sehe
wie dein Körper innehält

nicht sofort
etwas später

als käme etwas nach
ohne Namen

deine Hände
finden keinen Ort

dein Blick
sucht Halt

und der Raum
zieht sich enger

an einer Stelle
die eben noch weit war

II

später

halte ich mich zurück
bevor etwas kippt

ich spüre Räume
bevor ich sie betrete

messe meine Stimme
an Blicken

bleibe innerhalb
einer Linie
die niemand zog

mein Körper
kennt diese Grenze

er wird leiser
als es nötig wäre

nimmt sich zurück
bevor es jemand verlangt

und irgendwo
unter dieser Ruhe

liegt noch

der Impuls
sich auszubreiten

III

das Wasser bewegt sich
ohne innezuhalten

es nimmt sich Raum
bricht
zieht sich zurück
kommt wieder

keine Welle
prüft sich

ich stehe am Rand

halte zurück
wo nichts mich hält

messe die Weite
gegen mein Innen

und sehe

wie das Wasser bleibt
in seiner Bewegung

während ich
noch abwäge

und einen Schritt
vor mir selbst

stehen bleibe

21.03.26

© Claudia von Arx. Alle Rechte vorbehalten.